Hurghada - Schnorcheln mit Delfinen - ein ganz besonderer Ausflug

Wenn mich jemand fragen würde, was das schönste an unserem Urlaub war, bräuchte ich nicht lange zu überlegen. Natürlich unser Schnorchelausflug, auf dem wir die Delfine im Wasser begleitet haben.
Es war einer dieser jungen Männer, die am Strand nach Kunden für alle möglichen Aktivitäten suchen. Ihre Aufgabe ist es uns Touristen zu überzeugen den einen oder anderen Ausflug zu buchen. In den Zeiten von All inclusive und einer unterschwellig immer noch, inzwischen muss man leider sagen erneut, vorhandenen Terrorangst, nicht ganz einfach. Wir sprachen eine ganze Weile und entweder er mochte uns als Familie oder er musste unbedingt etwas verkaufen, jedenfalls hat er uns einen wirklich guten Preis gemacht für einen Tag ein Boot nur für uns vier, mit Essen, Getränken und ganz so wie wir es wünschen mit Schnorchelguide. Wir konnten gar nicht anders als das zu buchen.

Den Abend davor nutzen wir für einen Besuch von Hurghada Newtown, da wir dort bisher noch nicht waren. Tatsächlich ist es hier seltsam leer und oft sind wir die einzigen Käufer in den Geschäften. Warum das so ist, weiß ich nicht. Vielleicht fahren die meisten Urlauber nach wie vor in die Old Town, die mir mit ihren verwinkelten Gassen auch besser gefallen hat, vielleicht bleiben sie aber auch im Hotel und verlassen das möglichst gar nicht. Schade! Sie wissen nicht was ihnen entgeht.
Wir jedenfalls kommen mit neuen Taschen, Lampen und noch einigen anderen gut in ägyptische Tageszeitungen verpackten Sachen wieder im Hotel an.
Am nächste Morgen gehts los. Wir müssen nur am Strand entlang bis zum kleinen Hafen, der am Arabella Azur liegt und können dann gleich auf unser Schiff, die Darsh. Nur wir vier, der Kapitän, unser Schnorchelguide Ebrahim und der Koch.
Sogar die Musik dürfen wir bestimmen, als die Darsh den kleinen Hafen verlässt.
Wir genießen die Sonne und den Fahrtwind auf unserer Haut, betrachten die Küstenlinie mit ihren vielen Hotels, die wir langsam hinter uns lassen. Unser erstes Ziel ist das Dolphin House, ein Gebiet, in dem immer Delfine anzutreffen sind. Doch irgendwann entscheidet sich unser Kapitän die Route zu wechseln, er hat etwas gesehen. Und tatsächlich. Da sind Delfine. Und nicht wenige. In kürzester Zeit sind auch noch andere Schiffe dort. Beladen mit jeweils mindestens zwanzig Urlaubern, die natürlich auch zu den Delphinen ins Wasser möchten.
Ein wenig beklommen frage ich mich, ob ich zwischen all diesen Schiffen ins Wasser springen möchte und entscheide mich erstmal dagegen.
Der Rest meiner Familie ist derweil schon im Wasser, ich mache Fotos von oben. Aber unser Kapitän überredet mich, es doch zu versuchen. Er verspricht mir, dass er mich im Auge behält und mich auf jeden Fall wieder einfängt. Also gut!
Beim nächsten Mal springe ich also todesmutig mit ins Wasser. Blicke suchend durch meine Schnorchelmaske, bis ich sehe, dass meine Tochter nach unten zeigt. Da sind sie. Direkt unter uns. Mit ruhigen Flossenschlägen schwimmen sie weiter. Als könne sie nichts erschüttern. Ich hoffe, dass es wirklich so ist. Bin mir nicht sicher, ob diese zweiundzwanzig Tiere den Besuch von so vielen Urlaubern und Booten wirklich so gelassen hinnehmen, wie sie scheinen. Drei kleine Babys sind auch dabei. 
Ich kann ihnen nur zusehen, wie sie langsam im Blau verschwinden. Keine Chance ihnen zu folgen. Mit ihren so entspannt wirkenden Flossenschlägen können sie eine Geschwindigkeit von 55 km/h erreichen. Da brauche ich mir keine Mühe geben, das wird sowieso nichts. Meine Familie und Ebrahim allerdings schwimmen mit, ich lasse mich derweil mit einem Seil ans Schiff ziehen. Was für ein Erlebnis!
Als alle wieder an Bord sind, beschließen wir die Delfine zu verlassen und hoffen, dass sie im Laufe des Tages ein wenig Ruhe finden. Wir machen uns auf den Weg andere Schnorchelerlebnisse zu finden.
Die Riffe, die wir anfahren, wirken absolut unberührt, niemand außer uns ist dort, nur ein einziges Mal liegt ein anderes Boot vertäut am Korallenriff.
Ein wunderbares Erlebnis. Ganz zum Schluss, als der Akku der Gopro grade den Geist aufgibt, schwimmt auch noch eine Schildkröte an uns vorbei. Unglaublich, was für ein Glück wir haben!
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Das Essen, das wir in der Stille auf dem Meer genießen können, ist ein Traum und genug für die doppelte Menge an Personen. Danach machen wir eine chillige Mittagsstunde, bevor wir ein letztes Riff anfahren.
Wir können nur jedem ans Herz legen, so eine Möglichkeit zu nutzen. Im Gegensatz zu den normalen Ausflugsangeboten mit mindestens zwanzig anderen Urlaubern an Bord, haben wir nur unwesentlich mehr bezahlt. Verglichen mit diesem Schnorchelausflug aber waren alle vorangegangenen Massentourismus.
Wir verlassen das Boot am späten Nachmittag mir einem breiten Grinsen im Gesicht und hoffen, dass wir hier irgendwann noch einmal aufs Meer hinausfahren können. Vielen Dank für diesen besonderen Tag an die Crew der Darsh und unseren Guide Ebrahim. Es war fantastisch!
Diesen hervorragenden Tag beschließen wir dann auch mit einem wunderbaren Essen. Außerhalb des Hotels, versteht sich. Es gibt so interessante Dinge wie Kamelsteak, übrigens absolut schmackhaft. Und danach noch eine besonders spacige Shisha, die ziemlich unorientalisch wirkt.
Tja, am nächsten Tag ist unser Urlaub dann auch schon zu Ende, am Abend geht unser Flug zurück ins kalte Hannover. Doch vorher muss ich noch eine Kleinigkeit zum neuen Flughafen in Hurghada loswerden. Bei unserem letzten Aufenthalt haben wir das verbliebene ägyptische Geld in kleinen Geschäften auf dem Flughafen ausgegeben. Das ist nun vorbei. Diese Geschäfte gibt es nicht mehr. Jedenfalls nicht an diesem Flughafen. Statt dessen nur noch die allseits bekannten Dutyfree-Shops mit der allseites bekannten Ware, allerdings zu unglaublichen Preisen. Dort kann man wirklich nichts mehr kaufen. Selbst eine Flasche Wasser soll umgerechnet 4 Euro kosten, ein Bier sogar 12 Euro! Das kann man eigentlich nur noch boykottieren, das geht wirklich gar nicht!
Doch ansonsten muss ich hier und jetzt eine Lanze für das Reiseland Ägypten brechen. Der Tourismus wird wahrscheinlich aufgrund der letzten Terroreignisse einbrechen und dieses zauberhafte Land mit seinen freundlichen Bewohnern unter den Folgen ächzen. Ägypten lohnt sich. Immer. Gebt euren Herzen einen Stoß. Traut euch.





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