Tja, mit Istanbul wurde es dann nichts, zu wenig Urlaub, zu wenig Geld, nichts passte zusammen. Auch die zweite Idee, Barcelona, war für drei Tage irgendwie zu kompakt. Schließlich waren Flugpreis und Flugzeiten aussschlaggebend für unsere Entscheidung. Also erneut Paris. Bisher war nur ich dort, mehrmals, für Mama und Tochter ist es fremd. Natürlich wird man dieser
Stadt mit drei Tagen auch nicht gerecht, aber sie ist schnell erreicht, mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man dort überall gut hin und, viel wichtiger, wir konnten uns darauf einigen. Was ja schon mal Grundvoraussetzung ist.
Nachdem wir uns eine Paris-visité-card besorgt haben, die inzwischen mit 57,75 € zu Buche schlägt, für 5 Tage zwar, für 3 wäre wiederrum zu wenig gewesen, also danach gehts per RER und Metro zu unserem Hotel, dem Novotel Bercy. Unser Zimmer können wir zwar noch nicht beziehen, aber die Koffer im Gepäckraum einstellen, uns ein bißchen frisch machen und in der Bar unseren weiteren Tag planen. Wegen des Wetters entscheiden wir uns für Notre Dame, in der Kathedrale wird es ja trocken sein und es ist nicht all zu weit entfernt.
Jedenfalls, wenn man nur die Anzahl der Metrostationen berücksichtigt. Hier ist noch einmal ein kurzer Exkurs zur Pariser Metro nötig. Sie ist die viertälteste europäische Untergrundbahn, die erste Linie wurde bereits im Jahr 1900 eröffnet und dann wurde eifrig weitergebaut und gebuddelt. Wo auch immer man in Paris steht, die nächste Metrostation ist in der Regel nur einige hundert Meter entfernt. Soweit so gut. Was nichts darüber aussagt, wieviele Treppenstufen sie entfernt ist. Die Metro fährt auf drei unterschiedlichen Ebenen, die tiefste befindet sich 30 Meter unter der Erde. Wenn man dann also von einer Linie in eine andere umsteigen will, so wie wir an der Station Châtelet, lernt man Paris auch von unten kennen. Verbunden durch endlose Gänge in unterschiedlichsten Verwahrlosungsstadien, Treppen hinauf und auch wieder hinab,
bevölkert mit Menschen aller Herren Länder, legt man hier mindestens genauso viele Kilometer zurück, wie oberhalb der Erde. Und eines sollte man auf keinen Fall sein: Fußlahm! Denn Rolltreppen oder gar Fahrstühle sind eher Mangelware in der Metro. Für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte und Kinderwagenschieber ein ziemlich erhöhter Schwierigkeitsgrad.
konnten. Was uns erstmal einen gehörigen Schreck versetzt hat. Sonst aber ist das Metrofahren unkompliziert und manchmal hat man auch einen Sitzplatz. Für alle Untrainierten empfiehlt sich vielleicht vorweg ein Beinmuskelaufbauprogramm, dann sind die vielen Treppen sicher kein Problem.
Ich bin jedesmal wieder tief beeindruckt von der Größe und der Stimmung, die im Inneren dieser frühgotischen Kathedrale herrscht.
Wir können um 14 Uhr unser Hotelzimmer beziehen, meine Mutter benötigt eine Pause und wir sind damit ziemlich einverstanden. Also machen wir uns über die vielen Stufen der Metro auf den Rückweg. Unser Zimmer ist für drei Personen nicht groß, aber es ist alles dort, was wir benötigen und für uns reicht es. Wir blicken durch unser Fenster genau auf das
Palais Omnisports, eine Multifunktionsarena in einer irgendwie futuristsich wirkenden Bauweise errichtet, in der die verschiedensten Veranstaltungen
Darbietungen zum Besten und er schaut unverständig, als er von uns keine klingende Münze erhält. Ein älterer Herr, der uns gegenübersitzt, freut sich, dass er mit uns ein Gespräch auf deutsch führen kann. Mit einem herrlischen französischem Akzent!
Auf dem Weg zum Eiffelturm bekommt man Miniatureiffeltürme jeglicher Farbe zu unterschiedlichsten Preisen angeboten, je mehr man verneint, desto billiger werden sie. Wir kaufen keine, was tatsächlich schwer fällt, das letzte Angebot ist fast geschenkt.
Der nächste Tag steht ganz im Zeichen des schlechten Wetters. Es regnet gleich von Anfang an und wir überlegen beim Frühstück im Hotel, wie wir ihn am sinnvollsten gestalten. Apropos Frühstück, das Novotel Bercy ist das erste Hotel, das ich kenne, in dem die Eier ungekocht aufs Buffet kommen. Irritiert über den Wasserbehälter, der daneben steht, warne ich meine Tochter noch kurz vor dem Öffnen des Eis. Was gut war. Sie lernt so auch noch ein neues französisches Wort, Oeuf. Öff,öff klingt es den ganzen Tag fröhlich, ein neues geflügeltes Wort.
Doch egal, nun sind wir schon mal da, dann müssen wir auch hinauf. Glücklicherweise ist es nicht notwendig dafür die fünfspurige Straße überqueren, an die ich noch unliebsame Erinnerungen habe. Es gibt einen Tunnel, der sicher ans Monument
Weshalb das so ist, erschließt sich uns nicht, normalerweise soll es 9,50 € Eintritt kosten. Doch wir sind ziemlich zufrieden damit und genießen die
Um dem zu entkommen verziehen wir uns auf der Champs Élysées in ein Bistro oder so etwas ähnliches mit ganz besonderen Preisen.
Uns zieht es weiter, am Louvre vorbei, wo wir von einem erneuten monsunartigem Schauer überrascht in die Unterwelt flüchten und die Zeit nützen, einige nutzlose, aber schöne Mitbringsel zu erstehen.
Wir suchen auf unserem Plan die Metro Richtung
Sachen, die aber viel zu schön zum Essen sind und wahrscheinlich irgendwo im Regal verstauben würden. Und obwohl uns das Wasser im Mund zusammenläuft, bleiben wir stark und kaufen nichts.
müssen dann aber doch irgendwann in den Regen hinaus.Tja, was nun? Wir spazieren hinauf zum Montmartre und landen schließlich in der Piano Bar Le Tire-Bouchon, was übersetzt dann Korkenzieher bedeutet. Hier war ich bereits beim letzten Mal und hatte mir den Namen nicht gemerkt. Eine wunderbare Bar, in der tatsächlich ein Herr auf dem Piano spielt. Wer mag, darf die Wände schmücken mit selbstverfassten Sinnsprüchen oder was auch immer man gerne mitteilen möchte.
Was wir dann finden ist sicher keine kulinarische Köstlichkeit, sondern eine recht einfache Pizzeria. Interessanterweise gibt es hier auf die Pizza zusätzlich noch ein Spiegelei, etwas gewöhnungsbedürftig oder, besser noch, überflüssig. Meine Tochter kann aber ihr neues französisches Wort wieder anbringen: Oeuf, Oeuf!
Inzwischen sind wir ziemlich kaputt und wir beschließen zurück ins trockene Hotel zu fahren, um dort vielleicht noch ein wenig zu lesen und unsere Füße zu entlasten. Für heute war das genug!
Der nächste Morgen empfängt uns mit Sonnenschein und wir machen uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg Richtung Versailles, gemeinsam mit vielen, vielen anderen Touristen, die wir dort auch alle vor dem Eingang treffen. Es ist schier unvorstellbar, welche Menschenmassen dort aufeinandertreffen. Doch dank einer ausgeklügelten Taktik, meine Tochter steht gemeinsam mit meiner Mutter an der Ticketoffice an, während ich mich bereits in die endlose Taschenkontrolleingangsschlange
stelle, benötigen wir nur wenig mehr als eine Stunde bis wir das goldene Tor im Rücken haben. Was ich hier einmal lobend erwähnen muss, ist dass alle EU-Bürger
Im Inneren ist es tatsächlich etwas leerer,
Den Spiegelsaal einmal leer zu erwischen, um seine besondere Wirkung in sich aufzunehmen, das wäre toll! Leider wohl so unmöglich wie ein vertrauliches Gespräch mit Barack Obama. Einmal auf dem Boden liegen und die Deckengemälde auf sich wirken lassen, während rundherum Stille herrscht. Die Gemächer durchstreifen ohne gestört zu werden. Welch wunderbare Vorstellung. Doch in der Realität kann man froh sein, wenn man den Fußboden zwischen all den Touristen noch erkennen kann. Was heute der Fall ist. Wir haben also Glück gehabt.
Nach all dem Prunk geht es hinaus in die Gärten. Auf einer Treppe verzehren wir die mitgebrachten Kekse, während die Sonne vom blauen Himmel scheint.
Versailles Gärten sind riesig, man kann hier Stunden zubringen und sich schmerzende Füße laufen.
Wir machen uns als erstes auf den Weg zum Grand Trianon, das Lustschloss Ludwigs XIV., das er nutzte, um sich mit seiner Mätresse Mme de Maintenont zurückzuziehen.
ihren Hofdamen das einfache Landleben gespielt, lange
machte sich die Königin bei ihrem Volk übrigens ziemlich unbeliebt. Ihre angebliche Verschwendungssucht hatte ihr bereits einen schlechten Ruf eingebracht, und die Vorstellung, dass sich Marie-Antoinette samt Hofdamen mit silbernen Rechen oder Porzelaneimerchen dem „bäuerlichen Leben“ hingaben, brüskierte nicht nur das Landvolk, das in der Realität ein ganz anderes Leben zu führen hatte.
Das ganze wird auch heute noch bewirtschaftet, zur Freude der Kinder unter den Besuchern gibt es auch reichlich Tiere zu bestaunen.
Wir holen meine Mutter von der Bank ab, auf der sie sich wegen schmerzender Beine und Füße unter einem Baum niedergelassen hatte, und machen uns auf den Rückweg. Da inzwischen uns allen die Füße wehtun, nutzen wir dafür die Bahn, die vom Petit Trianon bis hoch zum Schloss fährt.
Danach geht es mit der RER zurück zum Hotel, wir haben Glück und finden noch einen Platz zum sitzen
und können ein nettes Gespräch mit zwei amerikanischen Ladys aus Arkansas führen. Die Pariser Nahverkehrsmittel sind irgendwie ziemlich kommunikativ.
An diesem Abend essen wir im Hotel, damit wir bloß keine überflüssigen Schritte mehr tun müssen. Das Essen dort ist übrigens ausgezeichnet.
Am Montagmorgen räumen wir dann nach dem Frühstück unser Zimmer, lassen unsere Koffer im Gepäckraum einschließen und machen noch einen ausgedehnten Spaziergang die Seine entlang. Hier gibt es übrigens schwimmende Schwimmbäder, mal etwas ganz anderes. Oder auch
bepflanzte Badewannen. Durchaus kreativ.
Paris, lang lang ist es her. Nach deinem Bericht bekomme ich wieder Lust auf diese Stadt. Da ich das Bauerndörfchen gar nicht kenne, ein Grund mehr also. Deine Beschreibungen über diese gefährliche Metro fand ich übrigens sehr amüsant.
AntwortenLöschenSchön, dass dich der Bericht über die Metro amüsiert hat, die nimmt man auch am besten mit Humor. Paris ist tatsächlich für mich immer eine Reise wert. Und Marie-Antoinettes Dörfchen ist wirklich absolut zauberhaft. Vielleicht findest du ja mal die Zeit dafür.
AntwortenLöschenOh, jetzt krieg ich wieder Lust auf Frankreich und auf Paris! Das Dorf von Marie-Antoinette kenne ich noch gar nicht und die Piano-Bar würd ich auch so gern besuchen. Toll... leider zurzeit kein Paris in Sicht.
AntwortenLöschenWünsche Dir jetzt schon ein schönes Wochenende!
Danke, das hatte ich :) Für Paris ergibt sich bestimmt noch einmal eine Möglichkeit.
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