Madeira 1. - blumige Insel im Atlantik - viel Regen und ein Silvesterfeuerwerk

Es ist ein Tag vor Silvester und endlich haben wir es geschafft. Wir hatten es schon mehrmals geplant, aber immer ist etwas dazwischen gekommen. Nun aber sitzen wir gemeinsam mit Freunden im Flieger von Hamburg nach Funchal. Eine Woche, um die Insel zu erkunden und außerdem am Silvesterfeuerwerk teilzunehmen, das - so haben wir gehört - außergewöhnlich großartig sein soll.
Das Flugzeug ist voller "Best Ager", irgendwo zwischen Mitte Fünfzig bis Ende Sechzig. Wir liegen voll im Trend, wobei wir noch das untere Segment bedienen. Der Flieger ist nicht ausgebucht, es sind noch Plätze frei, die vorherrschende Haarfarbe ist grau, in Schattierungen von silbermetallic bis anthrazit. Gelegentlich unterbricht ein augenscheinlich gefärbter Blond- oder Rotton das Einerlei.
Kinder an Bord? Fehlanzeige! Ob das wirklich für uns das richtige Ziel ist?
Die Stewardessen sind weniger als halb so alt wie die meisten der Passagiere, freundlich und kompetent servieren sie nicht nur Kaffee und Getränke, sondern auch ein warmes Gericht, das sowohl als Frühstücksvariante, als auch als vorgezogene Mittagsmahlzeit durchgehen könnte. Wir haben das erste Mal seit langer Zeit wieder pauschal gebucht und fliegen mit Germania, wobei wir im Nachhinein froh sind, dass wir von den finanziellen Schwierigkeiten dieser Airline noch nicht betroffen waren. Sitzabstände und Qualität der Sitze sind genauso, wie man sich das bei einem Touristenbomber vorstellt - grottig! Doch der Kapitän brilliert informationsfreudig mit trockenem Humor im Hamburger Slang und wir fühlen uns gut umsorgt, was will man mehr?
Über den Wolken begleitet uns die Sonne und über dem Atlantik verschwinden dann auch schließlich die Wolken, hurra! Madeira begrüßt uns sozusagen mit der Ponta de São Lourenço, die umschmeichelt von weißen Wattewölkchen grün im tiefblauen Meer liegt.
Unser Hamburger Kapitän absolviert die Landung auf dem Flughafen Madeira Christiano Ronaldo - ja, von hier kommt der Fußballstar, wie wir während unseres Aufenthaltes noch öfter feststellen werden - also, der Kapitän absolviert die Landung mit Bravour. Der Airport liegt nämlich direkt an der Steilküste und hat eine - sagen wir mal - extravagante Landebahn, die ähnlich einer Brücke auf großen Betonpfeilern quasi ins Meer gebaut wurde. Unter dieser Brücke befindet sich während unseres Aufenthaltes übrigens ein Jahrmarkt. Für die Landung auf der Blumeninsel benötigen Piloten eine Zusatzausbildung, sie ist eine der schwierigsten auf der ganzen Welt. Kurz vor der Landung ist eine scharfe Kurve zu fliegen und böse Winde zwingen den einen oder anderen Piloten dann durchaus wieder durchzustarten. Wer sich das gerne mal ansehen möchte, auf Youtube gibt es reichlich Videos zu diesem Thema.
Wir aber kommen heil runter und genießen erstmal den warmen Sonnenschein auf unserer Haut. Herrlich! Gepäck abholen, Mietwagen in Empfang nehmen klappt wie am Schnürchen, eine kurze Fahrt später können wir in unserem Hotel einchecken. Das ist das Orca Praia, das in einen Steilhang direkt am Atlantik gebaut ist, auf den man von dem Balkon eines jeden Zimmers auch gucken kann. Ruhig am Ende der Hotelmeile von Funchal gelegen, ist es eigentlich dichter am Fischerort Câmara de Lobos und verspricht einen angenehmen Aufenthalt ohne allzuviel Trubel.
Zeit erstmal anzukommen. Einen Wein am Strand, einen kleinen Snack und die Sonne genießen. 20° haben wir heute, nach dem Hamburger Schmuddelwetter der letzten Wochen wirklich sehr angenehm zu ertragen.
Für alle, die es nicht wissen, Madeira ist eine portugiesische Insel und liegt westlich der marokkanischen Küste im Atlantik, etwa auf der Höhe von Casablanca. Die Küste Madeiras fällt steil ins Meer ab, es gibt nur wenige Sandstrände, dafür aber hohe Gipfel im Inselinneren. Im Norden der Insel soll es häufiger regnen, da bleiben die Wolken einfach hängen, der Süden ist subtropisch warm, die Durchschnittstemperatur bewegt sich je nach Jahreszeit irgendwo zwischen 17° und 26°. Klingt perfekt! Wir sind schon ganz gespannt.
Am späten Nachmittag machen wir einen Spaziergang an der Küste entlang nach Câmara de Lobos. Das ist ein Fischerort, in dem schon der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill, mit dicker Zigarre im Mund, seinem Hobby - der Malerei - nachgegangen sein soll. Natürlich gibt es auch ein Restaurant oder Hotel mit seinem Namen in diesem Ort. Vielleicht der Platz, an dem er gesessen und gemalt hat? Das ganze Teil hat aber geschlossen, als wir unterhalb entlang spazieren.

Tatsächlich liegen auch noch einige bunte Holzboote im Schein der untergehenden Sonne auf dem kleinen Strand, einige davon sehen durchaus noch seetauglich aus. Wir schlendern ein wenig durch den Ort, stellen fest, dass die Weihnachtsbeleuchtung hier noch allgegenwärtig ist und lassen uns schließlich auf einer Dachterrasse nieder, um etwas zu essen. Es ist inzwischen dunkel geworden und frischer, wir sind froh über unsere mitgebrachten Jacken.
Geranienumrahmt genießen wir unsere Fleisch- oder Fischspieße auf Olivenholz, den leckeren Wein dazu und die Aussicht auf die Bucht. Was kann es uns gut gehen...
Der Rückweg an der Küste gestaltet sich ziemlich dunkel, die Straßenlampen, die hier in regelmäßigen Abständen stehen, funktionieren allesamt nicht. Gut, dass wir vorsorglich Taschenlampen mitgenommen haben. So kommen wir doch sicher und ohne gebrochene Knochen wieder im Hotel an.
Der Silvestermorgen begrüßt uns mit einer spektakulären Wolkenformation, die großartig aussieht, aber nichts Gutes verspricht. Ob das wohl trocken bleibt?
Nach dem Frühstück beginnt es zu regnen und wie um zu beweisen, dass das Wetter auf Madeira durchaus auch beständig sein kann, bleibt es den ganzen Tag dabei.
Wir fahren trotzdem los. Kann ja sein, dass es aufhört und besser wird. So stehen wir im strömenden Regen auf der gläsernen Aussichtsplattform am Cabo Girão, 600 Meter unter uns schickt der Atlantik seine Wellen gegen die Felsen, und wir können es weder genießen, noch haben wir Zeit uns ein wenig zu fürchten, da wir eigentlich damit beschäftigt sind nicht völlig durchweicht zu werden. Wobei wir noch dem Wetter gemäß gekleidet sind, es gibt auch Menschen, die hier in weißen, langen Kleidern oder auch im Anzug unterwegs sind. Hochzeitspaar? Keine Ahnung!
Wir flüchten in das Café, in der Hoffnung, dass sich das Wetter beruhigt, aber das Wetter will heute nicht. Also überlegen wir nach Funchal zu fahren, um dort ein wenig durch die Stadt zu bummeln, dort kann man sich gegebenenfalls ja unterstellen. Gemacht - getan, auf dem Weg dorthin macht der Regen tatsächlich eine Pause, während wir leicht verstört zusehen, wie ein älterer Herr in aller Seelenruhe beim Ausparken seinen Mercedes in die Seitentür eines geparkten Kleinwagens lenkt, um sich dann - scheinbar ohne schlechtes Gewissen - vom Acker zu machen. Leute gibts...
Wir finden einen Parkplatz in einem Einkaufszentrum und kaum treten wir vor die Tür desselben, fängt es wieder an zu regnen.
Der Spaziergang die Promenade am Atlantik entlang, mit Blick auf die diversen Kreuzfahrtschiffe, die hier im Laufe des Tages wegen des Silvesterfeuerwerks eingelaufen sind, enthüllt uns, dass dort eine große Silvesterfeiersause geplant ist. Die jetzt irgendwie ins Wasser zu fallen scheint. Nur wenige Menschen sind unterwegs und die Kastanien - und Getränkeverkäufer verstecken sich unter irgendwelchen Planen.
Unsere Idee, der sehenswerten Markthalle in Funchal einen Besuch abzustatten, scheitert an deren Öffnungszeit, die Silvester - genauso wie bei uns Zuhause - natürlich eine andere ist. Was tun? Ab in eine Seitengasse, ein Restaurant suchen, um eine Kleinigkeit zu essen und auf besseres Wetter zu warten. Wir sitzen draußen, natürlich unter einer Markise, denn kalt ist es trotz des Regens tatsächlich nicht. Und obwohl wir uns reichlich Zeit lassen, das gute Essen auch noch mit einem guten Wein hinunterspülen, die durch die verregnete Gasse laufenden Passanten beobachten und ein wenig mit der Kellnerin plauschen, hört es einfach nicht auf zu regnen.
Also fahren wir zurück zum Hotel. Inzwischen ist auch schon später Nachmittag, Zeit sich auf das Silvesterdinner im Hotel vorzubereiten. Von dem wir übrigens nichts wussten und das tatsächlich auch nichts extra kostet. Ach, und kaum sind wir am Einkaufszentrum mit Parkhaus angekommen, hört es auf zu regnen. Frechheit!
Das Silvesterdinner ist ausgesprochen lecker und zieht sich über Stunden dahin. Mehrer Gänge, diverse wirklich köstliche Leckereien und sogar ein Chor mit musikalischen Einlagen begleitet uns durch die nächsten Stunden. Der Speisesaal ist festlich dekoriert und heiß, nach und nach entledigten wir uns unserer Kleidungsstücke. Nur um sie kurze Zeit später wieder anzuziehen und gleich noch die Regenjacke darüber, denn wir werden mit Bussen zum Stadion in Funchal gebracht, von dem aus man einen guten Ausblick auf das Silvesterfeuerwerk haben soll. Das ist übrigens einer der Gründe, warum wir hierhin in den Urlaub geflogen sind. Tatsächlich soll das Silvesterfeuerwerk hier einmal einen Guinessweltrekord aufgestellt haben. Allerdings ist das bereits einige Jahre her. Sehenswert muss es aber auf jeden Fall sein, nicht umsonst liegt der Hafen voller Kreuzfahrtschiffe. Unser Platz im Stadion ist überdacht, das ist schon mal super, denn es regnet wieder. Es gibt Sekt und Bier und einen guten Ausblick über die beleuchtete Stadt. Am schönsten soll das Feuerwerk vom Wasser her zu beobachten sein, das war aber in der Kürze der Zeit nicht mehr zu organisieren.
Mitternacht, allgemeines Geproste und schon startet das Spektakel. Verteilt über die ganze Stadt, farblich aufeinander abgestimmt, schon eine Augenweide. Ob unser Standort so optimal ist, kann ich nicht beurteilen, tatsächlich habe ich das Gefühl, dass wir nur einen Ausschnitt des Ganzen sehen und außerdem ein Kran samt Baustelle unsere Sicht behindert. Aber wir werden wenigstens nicht nass. Die Einwohner von Madeira sollen das Silvesterfeuerwerk gerne vom oberhalb von Funchal liegendem Monte bei mitgebrachten Speisen und Getränken genießen, ob sie das heute auch tun? Im strömenden Regen?
Erstaunlich übrigens, dass wir weder vor dem Feuerwerk, noch danach irgendwelche Knallereien wahrgenommen haben, das scheint hier einfach nicht üblich zu sein. Wirklich ungewohnt für uns Hamburger, wo schon Tage vor Silvester und gerne auch noch Tage danach geknallt wird. So gefällt mir das eindeutig besser.
Die Busse bringen uns sicher zurück und wir verzichten auf die Mitternachtssuppe in der Bar und die weitere Feier. Ab ins Bett! Morgen wird das Wetter sicher besser und wir können zu unser ersten Wanderung auf Madeira starten. Dafür ist die Insel schließlich bekannt und wir wollen das Inselinnere und die wunderschöne Landschaft erkunden. Wir freuen uns schon.


(Kostenlose Werbung, da Orts-, Hotel,- und Fuggesellschaftsnennung)








Der Friedhof Ohlsdorf - Ein Spaziergang über den größten Parkfriedhof der Welt

In diesem Jahr war einer der Weihnachtsfeiertage für mich tatsächlich frei. Keine Einladung zum Essen, keine Kochorgien in der eigenen Küche, kein absolutes Völlegefühl im Magen und kein stundenlanges Herumsitzen bei Kaffee, Rotwein, Kuchen und Gans. Stattdessen habe ich mir ein Gegenprogramm überlegt, nämlich Bewegung an der frischen Luft. Und weil einfach nur Spazierengehen langweilig, das Wetter tatsächlich grau, aber trocken ist und es gut tut ein Ziel zu haben, werde ich dem Friedhof in Ohlsdorf mal einen ausgedehnten Besuch abstatten.
Das klingt für manchen sicher ein wenig skurril, aber ich habe eine ausgesprochene Vorliebe für Friedhöfe, jede Städtereise beinhaltet auch den Besuch eines solchen, warum also nicht in der eigenen Stadt mal auf Erkundung gehen?
Der Friedhof in Ohlsdorf wurde im Juli 1877 eingeweiht und ist der größte Parkfriedhof der Welt. Schon von Anfang an sollte dieser Friedhof nicht nur letzte Ruhestätte der Verstorbenen sein, sondern darüber hinaus auch ein öffentlich zugänglicher Park für die Hamburger Bevölkerung. Genau das ist er heute immer noch und soll es in den nächsten Jahrzehnten sogar noch mehr werden. Schon heute sorgen Kapellen, Mausoleen und Denkmäler auf 391 Hektar Fläche für Abwechslung, 35.000 Bäume beschatten Gräber, Wege und Wasserläufe, unzählige Rhododendren erfreuen im Frühling die Besucher mit ihrer Farbenpracht.
Es gibt sogar 22 Haltestellen der Busse des Hamburger Verkehrsverbundes auf dem riesigen Gelände, im Sommerhalbjahr werden Führungen angeboten und für diejenigen, die das Areal lieber individuell erkunden wollen, steht die App "Friedhof Ohlsdorf" zur Verfügung. Wer die Gräber Prominenter, wie das des Schauspielers und Sängers Hans Albers, des Schriftstellers Wolfgang Borchert oder des Altkanzlers Helmut Schmidt besuchen will, ist das sicher eine große Hilfe.
Doch man kann sich auch einfach treiben lassen und sehen, wohin die Füße einen tragen. Da kann es schon passieren, dass so ein Spaziergang länger als zwei Stunden dauert und man trotzdem nur einen Bruchteil des riesigen Friedhofes gesehen hat.
Unvermittelt steht man dann vielleicht vor dem Grab des Hamburger Politikers per se, des dauerrauchenden SPD-Politiker und Altkanzler Helmut Schmidt, der hier auf dem Ohlsdorfer Friedhof gemeinsam mit seiner Frau Loki ebenfalls seinen letzten Ruheplatz gefunden hat. Außer der ziemlich in Rot gehaltenen Blumenpracht ist das Grab übrigens genauso bescheiden wie sein Reihenhaus im Ortsteil Langenhorn es war.
Ja, und hiermit verabschiede ich mich von diesem Friedhofsgelände, es dämmert bereits und die Tore schließen im Winter um 18.00 Uhr. Zeit sich wieder ins Weihnachtsprogramm zu begeben, sich auf Rehkeule, Rotkohl und Kroketten einzustellen.
Ich hoffe, wir lesen uns im neuen Jahr wieder.

(Werbung, da Ortsnennung)


Der Krügerpark - Tiere, Tiere, Tiere - vom Olifantcamp bis Skukuza und zum Malalene-Gate

Heute müssen wir das Olifantcamp verlassen - natürlich früh am Morgen, noch vor dem Frühstück. Den Schlüssel werfen wir in die Keybox, die genau für solche Fälle vor dem Gate hängend auf Schlüssel wartet. Tatsächlich sind wir für Krügerverhältnisse schon spät, es ist bereits sieben Uhr. Die meisten Besucher verlassen die Camps bei Toreöffnung, das wäre heute bereits um 6 Uhr gewesen. Doch wir wollen ja nicht hetzen, schließlich haben wir Urlaub.
Nach kurzer Zeit ahnen wir es bereits: Heute scheint der Tag der Elefanten zu sein, immer wieder tauchen sie neben der Strecke auf. Große, Kleine, mal mehrere beisammen, mal Einzelgänger, wirklich eine ganze Menge auf jeden Fall. Das sind so großartige Tiere, ich könnte sie stundenlang beobachten. Allerdings würden wir dann nie in Skukuza ankommen. Besonders begeistert haben mich die Verrenkungen eines Exemplars, der wohl ein fürchterliches Jucken an bestimmten Körperteilen hat, das er auf wahrlich lustige Weise zu beheben versucht. Und damit für reichlich Gelächter in unserem Fahrzeug sorgt. Ein Wunder, dass der Elefant dabei nicht umgefallen ist...
Natürlich säumen nicht nur Elefanten die Hauptdurchgangsstrecke Richtung Skukuza, auch jede Menge Antilopen, Zebras und Gnus sind mit von der Partie. Scheinen sich an den Fahrzeugen so gar nicht zu stören, blicken höchstens einmal kurz auf, um dann in Ruhe weiter zu grasen. Nur wenn so unbedachte Autofahrer meinen, dass sie mitten durch eine Herde hindurch fahren müssen, die grad die Straßenseite wechselt, dann geraten sie berechtigterweise in Hektik.
Für das Frühstück halten wir im Camp Satara an, die haben nicht nur gutes Essen, sondern auch einen hervorragenden Kaffee und lustiges Personal.
Wir machen uns wieder auf den Weg, den nächsten Halt haben wir für den Tshokwane-Rastplatz vorgesehen. Es ist ziemlich warm geworden, die Sonne sorgt für hitzige Temperaturen. Kurz vor dem Rastplatz biegen wir auf die S35 Richtung Orpen Dam ab. Stoßen schon nach kurzer Zeit auf diverse Geier, die sich einen Baum teilen. Sie gehören unterschiedlichen Gattungen an, was sie aber überhaupt nicht zu stören scheint. Unterhalb des Abhanges muss irgendetwas für Geier Leckeres liegen, wir können es aus dem Auto aber nicht erspähen.
Auf die erste Geiersichtung folgt kurze Zeit späte schon Sichtung Nummer zwei. Erneut sitzen diverse Exemplare in einem Baum verteilt, sehen aus, als hätten sie ihr Festmahl schon hinter sich.
Ein Stückchen weiter auf dem Boden sind einige Geier - wieder unterschiedlicher Gattung -  noch mit Eifer dabei, die Reste eines Kadavers zu beseitigen. Hier scheint es durchaus so etwas wie Futterneid zu geben, man gönnt dem anderen nicht wirklich einen Teil dieses Mittagstisches.
Am Orpen Dam angekommen, können wir das Auto verlassen, hurra! Der dortige Lookout bietet sonnengeschützte Beobachtungsmöglichkeiten auf die grandiose Kulisse. Man kann sich dazu sogar entspannt hinsetzen. Zuvor klappert uns ein Schwarzstorch vom Wipfel eines Baumes ein Willkommen entgegen, kurze Zeit später lässt sich auch Schwarzstorch Nummer Zwei dort nieder. Eine Menge Vogeltiere unterwegs heute.
Doch kaum haben wir unseren Blick über die Wasserfläche schweifen lassen, haben die Elefanten ihren Auftritt. Wie bestellt erscheint genau zum richtigen Zeitpunkte eine große Herde am rechten Ufer, die, angeführt von einer riesigen Matriarchin, auf die gegenüberliegende Uferseite wechselt. Was für ein Schauspiel! Wir stehen... und staunen. Beobachten noch eine ganze Weile das verspielte Treiben der Jungtiere am anderen Ufer. Hatte ich bereits irgendwo erwähnt, dass ich Elefanten großartig finde?
Der Tshokwane-Rastplatz liegt in der glühenden Sonne, am Leberwurstbaum sind keine Früchte zu sehen und bei uns macht sich Müdigkeit breit. Es ist wirklich ziemlich warm für Anfang Oktober, das Thermometer klettert  Richtung 40°-Marke. Wir setzen uns in den Schatten des riesigen Baumes, trinken etwas, schauen den Affen beim Herumtollen zu und sind mal wieder irritiert von den Gästen, die ihre Essensreste auf den Tischen stehen lassen, so dass sich Affen und Vögel darüber hermachen. Schließlich klettern wir wieder in unseren Wagen, froh über die Klimaanlage und fahren weiter Richtung Skukuza. Jetzt in den frühen Nachmittagsstunden scheinen sich die Tiere irgendwo in den Schatten verkrochen zu haben und ich kann es ihnen nicht verdenken.
Das Skukuza-Camp liegt am Sabieriver und ist das größte im Park. Trotzdem ist für unseren Aufenthalt kein Morningwalk mehr zu buchen. Schade, das hätten wir wirklich gerne gemacht. So buchen wir für den nächsten Tag eine Sundownerfahrt und beziehen dann unsere Bungalows direkt am Wasser. Wegen der Hitze lassen wir den Tag entspannt ausklingen, gehen im Cattlebaron essen und früh ins Bett.
Der nächste Tag begrüßt uns - man kann es sich kaum vorstellen - mit noch mehr Hitze. Schon beim Frühstücksbuffet kommen wir ins schwitzen und beschließen den Tag erstmal fürs Faulenzen zu nutzen, bis wir am Nachmittag unseren Gamedrive machen. Anfänglich sitzen wir noch auf der Terrasse und versuchen den einen oder anderen Vogel vor die Linse zu bekommen, gleichzeitig irritiert durch die ständig startenden und landenden Hubschrauber gegenüber. Da gibt es wohl irgendwelche Rundflüge, die von dort starten. So das richtige Bushfeeling will da nicht aufkommen, tatsächlich ist das Geräusch auf Dauer doch nervig und ich versuche mich zu erinnern, ob das bei unserem letzten Aufenthalt im Jahr 2012 auch schon so war. Irgendwann lassen wir die Hitze - inzwischen ist die 40°-Marke geknackt - und die Geräusche hinter uns und verziehen uns in unseren klimatisierten Bungalow.
Am späten Nachmittag starten wir mit unserem riesigen Safaritruck gleichzeitig mit noch zwei anderen derselben Sorte in den Bush. Die Sonne scheint nichts von ihrer Stärke verloren zu haben, so dass die Tiere immer noch irgendwo im Schatten versteckt sind. Unser Guide Patrick ist ziemlich lustig, aber mit den Tiersichtungen, das scheint heute eher nicht so seins zu sein. Er sieht eigentlich gar nichts, fährt immer hinter einem der anderen Trucks her, so dass wir zu allem Überfluss auch noch in den Genuss von dessen Abgasen kommen. Schade! Glücklicherweise halten wir die Augen offen und entdecken nicht nur einen Honigdachs und eine säugende Giraffe, sondern auch das erste Nashorn in unserem Urlaub. Damit haben wir die Big Five voll, wonach suchen wir jetzt?
Die letzten 1,5 Stunden fahren wir in absoluter Dunkelheit, scheuchen lediglich einige Elefanten auf, die dann auch noch von den nicht wirklich gut eingewiesenen Personen, die die Scheinwerfer halten total geblendet werden und sich absolut panisch aus dem Staub machen. Da ist definitiv noch Luft nach oben, das haben wir während unserer vorigen Aufenthalte deutlich besser erlebt.
Nach einem üppigen Essen im Cattlebaron auf der Veranda über dem Sabieriver gehen wir, wie stets in diesem Urlaub, wieder früh ins Bett.
Tja, und schon bricht er an, unser letzter Tag im Krügerpark. Wir packen unser Auto und sind kurz nach der Gateöffnung wieder unterwegs. Der Plan für heute: den Park durch das Malalene Gate verlassen, um danach Swaziland zu durchqueren auf dem Weg zum Tembe Elephant Park. Frühstücken wollen wir auf dem Afsaal Rastplatz, das haben wir schon einmal gemacht und als gut und üppig in Erinnerung.
Doch erstmal begegnen uns einige Hyänen, die wie selbstverständlich, als würde die Straße ihnen gehören, dicht an unserem Auto vorbeibummeln, nicht allerdings ohne uns verstohlene Blicke zuzuwerfen und sich danach scheinbar intensiv über unsere Begegnung auszutauschen. Die sind so lustig!
Kurze Zeit später können wir die Kehrseite eines Nashornes bewundern, das aber auch so gar keine Lust zu verspüren scheint, sich zu uns umzudrehen. Schade!
Wir erreichen den Rastplatz früh, bestellen unser Frühstück und lassen uns am Rand an einem der Picknicktische nieder. Coffeetime! Um uns herum gruppieren sich gleichzeitig diverse Gelbschnabeltokkos am Boden, die auf Teilhabe an unserem Frühstück zu hoffen scheinen, der ein oder andere schreckt auch nicht davor zurück unseren Tisch zu entern.
Ich liebe diese Vögel, sie sehen so absolut schräge aus mit ihrem stechenden Blick und dem spitzen Bananenschnabel. Furcht scheinen sie eher nicht zu kennen und sie lassen sich auch nicht so schnell verscheuchen. Sie kriegen aber trotzdem nichts von unserem Frühstück ab.
Während wir da so sitzen und unsere letzten Krümel verspeisen, mampft übrigens ein Elefant in unmittelbarer Nähe die Blätter der umstehenden Bäume. Er scheint nicht zu wissen, dass hier der Rastplatz für Menschen ist und nimmt hier gerade sein Frühstück ein. Mit stoischer Ruhe klaubt er die Blätter von den Bäumen und straft uns währenddessen mit Nichtachtung. Wir unsererseits können es gar nicht fassen und sind nicht sicher, ob das jetzt gefährlich ist oder nicht. Doch da sich niemand an diesem Elefanten zu stören scheint, keiner panisch die Tische verlässt, kann das an sich nicht so schlimm sein. Frühstück mit Elefant! Das ist ja auch mal etwas ganz besonderes!
Tja, und damit verabschieden wir uns aus dem Krügerpark. Kurze Zeit später verlassen wir diesen großartigen Nationalpark durch das Malalene Gate. Wir werden sicher wiederkommen.

Namibia - das unbekannte Tirasgebirge

Irgendwie ist es mir entgangen, dass dieses Video gar nicht auf meinem Blog zu finden ist. Dabei war sowohl die Strecke dorthin, als auch der Aufenthalt dort großartig. Seid ihr schon einmal im Tirasgebirge gewesen? Kennt ihr die Ranch Koiimasis? Die Fest-In-Fels-Lodge? Nein? Dann lasst euch inspirieren von meinem kleinen Video. Vielleicht findet ihr selber irgendwann den Weg dorthin. Und sei es nur, um die spektakuläre D707 zu fahren. Viel Spaß dabei.


(Werbung, da Unterkunftsnennung)