Tja, also natürlich auch in der Türkei, genauer in Zentralanatolien, auf der Landkarte der Türkei also ziemlich mittig. Als das Zentrum Kappadokiens gilt der kleine Ort Göreme inmitten von skurilen Tuffsteingebilden, der dort befindliche einzigartige Komplex aus Felsformationen wurde von der Unesco 1985 zum Weltkulturerbe ernannt. Stellt euch eine Landschaft vor die Hundertwasser, Gaudi und im Baggermatsch spielende Kinder gemeinsam unter Drogen kreiert haben, dann seid ihr dicht dran. Genau da wollen wir hin.
Allerdings tun sich gleich zu Beginn Schwierigkeiten auf, da unser gebuchter Flughafentransfer nicht erscheint. Die telefonische Nachfrage ergibt, dass der Wagen einen Unfall hatte und erst ein Ersatzwagen beschafft werden muss, der dann widerrum im dichten Verkehr steckenbleibt. Mit einer halben Stunde
Schließlich geht es los und das gewechselte Rad übersteht sowohl den Start als auch die Landung.
Auf dem Flughafen in Kayseri gelandet, empfängt uns eine Temperatur von 30°, schwüle Luft und ein Gepäckband, das nach einer Umdrehung seinen Geist aufgibt. Glücklicherweise gibt es noch Gepäckband Nummer zwei, das seinen Unmut über diese ungeplante Beanspruchung mit quietschenden und knarrenden Geräuschen kundtut, aber die Koffer trotzdem im Kreis befördert. Übrigens ist Kayseri einer der Flughäfen, auf denen man noch zu Fuß vom Flugzeug zur Halle wandert. Ein fast vergessenes nostalgisches Gefühl.
Mit den Koffern machen wir uns dann auf die Suche nach unserem Mietwagenschalter, den wir aber nicht finden können. Erst vor der Tür treffen wir auf einen einsamen, jungen Mann mit einem handgeschriebenen Pappschild, das unseren Namen trägt. Hurra, wir haben ein Auto!
Über dem schneebedeckten, erloschenen Vulkan Erciyes sammeln sich die Wolken, als wir die Provinzhauptstadt Kayseri verlassen. Es riecht nach Gewitter. Und tatsächlich, als wir endlich auf die Autobahn gefunden haben, zucken grelle Blitze über den irgendwie nachtdunklen Himmel. Kappadokien empfängt uns mit einem gigantischen Gewitter.Doch genauso schnell wie es kam, ist es auch wieder verschwunden. In Göreme angekommen, ist die Feuchtigkeit auf dem Boden bereits verdampft. Die Wolken am Himmel verziehen sich langsam, es ist nur merklich kühler geworden.
Nach einigem Suchen finden wir unser Hotel, hoch oben mit wunderbarem Blick über Göreme. Es ist eines der vielen Höhlenhotels in diesem Ort. Wieso Höhlenhotel? In der kappadokischen Felslandschaft haben Höhlenwohnungen Tradition. Seit einigen tausend Jahren sind die Tuffsteinfelsen hier bereits durchlöchert worden. Ganze Städte fanden in ihnen
Nach dem hervorragenden Essen gehen wir hinunter, ein wenig den Ort erkunden. Stellen dabei fest, dass dieser steile Weg hinab und hinauf eine hervorragende Möglichkeit ist die vorher zugeführten Kalorien wieder abzuarbeiten. Wir kommen trotz der Nachtkühle ein wenig ins schwitzen und fallen dementsprechend totmüde in unser leicht quietschendes Bett.
Im 4. Jahrhundert siedelten sich hier die ersten Christen an und erschufen ihre Kirchen versteckt im Tuffstein. Diese Schaffensphase wurde in den nächsten
stem Raum eine Vielzahl von Kirchen ent- standen sind. Wir schieben uns zwischen den Reisegruppen schwitzend durch die engen, wirklich schön bemalten Kirchenräume innerhalb
des Gesteins, immer bewacht von türkischen "Guides". Leider ist das Fotografieren in den meisten Räumen auch ohne Blitz nicht gestattet, so dass ich diesem Bericht keine Fotos beifügen kann. Meine auf englisch geäußerte Frage nach dem Grund dafür, scheint niemand vom Personal zu verstehen, geschweige denn beantworten zu können. Für Interessierte hier ein link: http://www.goreme.com/goreme-open-air-museum.php
Während einer Verschnauf- pause beobachten wir amüsiert welch Aufwand manche asiatische Reisegruppe auf sich nimmt, um das richtige Gruppenfoto zu schießen. Das kann schon mal 15 Minuten dauern. Und fragen uns, warum eigentlich so unendlich viele asiatische Reisegruppen hier unterwegs sind. Sind das nun Chinesen, Japaner oder Koreaner? Wir kommen zu keinem Ergebnis.Nach etwas über zwei Stunden beschließen wir das Chaos hinter uns zu lassen und wandern wieder Richtung Göreme.
Von dieser Kirche gibt es wunderbare ältere Fotos, auf denen ein Teil der Wand des Felskegels eingestürzt ist und den Blick ins Tal freigibt. Was natürlich zur Folge hatte, dass die Fresken ungeschützt Wind und Wetter preisgegeben waren. Vor einigen Jahren wurde die Kirche dann restauriert und der Kegel wieder geschlossen. Inzwischen führt eine Treppe hinauf und man betritt den Raum durch eine Tür. Die ersetzten Mauern wirken ein
Bei Pistazien und Bier pausieren wir im Schatten eines Baumes, bevor wir wieder den Berg zu unserem Hotel erklimmen, wo wir den Rest des Nachmittags faul auf der Terrasse verbringen. Auch das muss mal sein.





















