Im Tister Bauernmoor wurde über Generationen Torf abgebaut. Seit 2001 ist es nun ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet und außerdem EU-Vogelschutzgebiet. Im Spätherbst sollen hier mehrere tausend Kraniche rasten, bevor sie in ihre Winterquartiere weiterfliegen.


Ansonsten hätte man auf der zwischen zwei Bäumen gespannten Holzhängematte eine nette Pause
einlegen können. Die tiefhängenden Wolken, die Mücken und die Bremsen aber treiben uns weiter. Vorbei an Holzhütten auf Rädern, ehemalig Schutz für die Torfstecher, schwingenden Brücken und zahlreichen Hinweistafeln, die die Wege durch die Moorerlebniszone erklären. Wir wollen den Unterstand erreichen, von der man einen wunderbaren Blick über die große Wasserfläche hat. Und das möglichst vor dem Regen. Die ersten Tropfen beginnen bereits zu fallen, als wir den Aussichtsturm hinter den Bäumen erblicken. Gerade als wir endlich außer Atem unter dem schützenden Dach des Unterstandes ankommen, verwandelt sich das Getröpfel in eine Sinflut.
Wir haben Glück gehabt und bleiben einigermaßen trocken. Unterstand und Aussichtsturm bieten einen hervorragenden Blick über die ausgedehnten Wasserflächen. Vögel sehen wir allerdings keine. Wahrscheinlich haben die sich auch untergestellt. Dafür gibt es hier eine große Schautafel, die erklärt welche Vogelgattungen man hier treffen könnte. Die ebenso zahlreichen Mücken und Bremsen werden nicht gezeigt. Wobei es auch nicht wirklich
notwendig ist zu wissen wer genau einen da gerade sticht. Jucken oder brennen tut es allemal.
Unter dem Aussichtsturm kann, wer möchte, einmal nachmessen über welche Flügelspannweite er verfügt. Für den Kranich reicht es bei mir dann doch nicht.
Als die Sintflut endlich ein Ende findet und sich die Sonne wieder durch das Grau der Wolken schiebt, um dafür zu sorgen, dass die ohnehin schon gigantische Luftfeuchtigkeit noch ein wenig höher steigt, machen wir uns gemeinsam mit unseren Fans (Mücken und Bremsen) auf den Rückweg. Auf dem Weg zum Auto wird sich der ein oder andere Fan von seinem Leben verabschieden müssen, von inzwischen geübten Händen auf Körper oder Kleidung breitgeklatscht. Ich kann nicht sagen, dass ich wirklich Trauer darüber empfinde.
Bei Gewitter würde ich das Tilster Moor nicht erneut besuchen. Sonst aber jederzeit. Es ist wirklich schön dort. Wer möchte kann auch mit der Moorbahn hindurchfahren oder im angeschlossenen Café irgendeine Leckerei zu sich nehmen. Alle Informationen dazu findet ihr hier:
http://www.moorbahn.de/
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