Türkei 1 - Merhaba Istanbul - Topkapi Palast und blaue Moschee

Istanbul. Halb europäisch, halb asiatisch. Die einzige Metropole, die sich auf zwei Kontinenten ausbreitet. Hier wird sowohl die Tradition, als auch die Moderne gelebt. 13 Millionen Einwohner soll sie offiziel haben, tatsächlich sind es wohl noch einige mehr. Sie blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, stand immer irgendwo zwischen Orient und Okzident. Byzanz hieß sie. Konstantinopel. Und nun Istanbul. Zeit sie zu besuchen.
Blick vom Galataturm aufs Goldene Horn


























Wir fliegen am Ostersonntag vom Hamburger Flughafen mit Turkish airlines. Ein bißchen verspätet geht es los, so gewöhnen wir uns gleich an die etwas andere Einstellung zur Zeit. Tatsächlich verabschiedet uns Hamburg mit blauem Himmel, der einen eher seltenen Blick auf die Stadt von oben gewährt. Tschüß Hamburg!
Turkish Airlines überrascht uns. Der Service ist wirklich gut, sogar das Flugzeugessen ist lecker. Es gibt tatsächlich eine Menukarte und alkoholische Getränke sind ebenfalls im Service inbegriffen. Wahnsinn! Istanbul wird übrigens von der asiatischen Seite aus angeflogen, unser Flieger dreht also noch eine schöne Runde über den Bosporus und wir sitzen glücklicherweise auf der richtigen Seite (der rechten)  und können die Aussicht genießen, statt ständig nur in den Himmel zu gucken. Seichte Landung und dann ab durch die Passkontrolle. Wir fühlen uns ein wenig wie vor dem Colossus im Heidepark, während wir uns durch die Absperrungen schlängeln. Eingezwängt zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen, beschallt durch ein vielfältiges Sprachengewirr. Ob es für die Grenzbeamten in der Türkei eigentlich Einstellungsvorraussetzung ist, dass egal was passiert, sie keine Miene verziehen dürfen? Naja, jedenfalls lächelt keiner von ihnen.Warum auch immer.
In späteren Gesprächen erfahren wir, dass einige Touristen hier fast zwei Stunden in der Abfertigung standen. Wir haben Glück und sind nach zwanzig Minuten durch. Mit unseren Koffern bewaffnet stiefeln wir zum Ausgang. Wir haben das erste Mal über unser Hotel einen privaten Transfer gebucht und sind schon ganz gespannt wie das klappt. Wenn man durch die Tür tritt, wird man von gefühlten 1000 Schildern begrüßt. Nach kurzer Sichtung
Dilhayat Kalfa Hotel
finden wir aber unser Schild und werden von einem jungen Mann souverän zu unserem Groß- raumtaxi geführt. Los gehts auf Schleichwegen durch den für eupopäische Verhältnisse irgendwie doch leicht chaotisch wirkenden Verkehr. Eine ganze Weile immer am Wasser entlang. Scheinbar sitzt jeder Istanbuler auf dem Grünstreifen am Wasser und grillt. Und diejenigen, die dort keinen Platz mehr gefunden haben, sitzen auf der anderen Seite. Ein unglaubliches Gewusel.
Unser Hotel, das Dilhayat Kalfa, erreichen wir nach einer halben Stunde. Es ist im Stadtteil Sultanahmet, in dem auch die meisten Sehenswürdigkeiten liegen, und mit sechs Zimmern klein und überschaubar. Unser Zimmer ist im Erdgeschoss, super ausgestattet, für Istanbuler Verhältnisse groß, ein wenig dunkel vielleicht, da es auf einen kleinen Innenhof an einer Festungsmauer hinausgeht, aber dafür absolut still. Was man gerade in Istanbul nicht genug schätzen kann.
Ein wenig frisch machen, ein kurzer Ausflug auf die Dachterrasse mit Blick auf Bosporus und los gehts einen ersten Blick auf die Umgebung werfen.
Durch einen kleinen Basar bummeln wir hinauf zum Platz, an dem die blaue Moschee und die Hagia Sophia liegen. Stehen zwischen zwei historischen Bauwerken und massenhaft Touristen und fühlen uns... klein!
Inzwischen senkt sich die Dämmerung herab, was aber nicht dazu führt, dass sich der Trubel auf diesem Platz legt. Wir kaufen ein paar Esskastanien bei einem fliegenden Händler, finden eine leere Bank und

Blick auf die Hagia Sophia
die blaue Moschee
beobachten das Treiben um uns herum, während wir die heißen Kastanien verzehren. Sind übrigens wirklich lecker, wenn man die Schale vor dem Essen entfernt. Worauf uns der belustgte Händler vorsorglich hingewiesen hat. 
Unsere am Flughafen auf die schnelle umgetauschten Euros reichen noch für ein leckeres Essen in einem kleinen Restaurant im Basar. Ein Stückchen weiter spielt eine Gruppe orientalisch anmutende Musik, sicher absolut touristisch, aber wir haben das Gefühl angekommen zu sein, während wir an unseren knallbunten Säften nippen, die tatsächlich frisch gepresst sind.
Mit vollem Bauch und absolut zufrieden bummeln wir zurück zu unserem Hotel, bewundern unterwegs den Blick auf die angestrahlte blaue Moschee und fallen ziemlich müde in unsere wunderbar bequemen Betten.
Der nächste Morgen beginnt mit einem entspannten leckeren Frühstück auf der Dachterrasse. Wir plauschen ein wenig mit einem Ehepaar aus Frankfurt, die schon seit ein paar Tagen hier sind und uns einige Tipps mit auf den Weg geben. Hauptsächlich Restauranttipps. Aber sie wissen auch wo wir den nächsten Geldautomaten finden.
Unser Plan für heute: Topkapipalast. Hauptresidenz Mehmeds II., erbaut zwischen 1460 und 1478 nach seiner Eroberung Konstantin- opels und 400 Jahre lang offiziele Residenz der nachfolgenden Sultane. Schon ein Palast der Superlative. Also auch ein Besuchermagnet und dementsprechend voll. So begrüßten uns dort nach unserer Ankunft gleich zwei Schlangen, eine am Ticketschalter und eine am Eingang des Palastes, die zusammen mindestens eine Stunde Wartezeit versprechen, wenn nicht sogar noch länger. Hier ein kleiner Tipp, den ich gerne auch in meinem Reiseführer gefunden hätte. Doch der hatte solch praktische Tipps nicht zu bieten.
Neben den Ticketschaltern stehen vier Automaten, an denen man ebenfalls Eintrittskarten kaufen kann. Die Schlange dort ist wesentlich kürzer (ich habe lediglich 10 Minuten gestanden), die Bedienung einfach, man kann bar oder mit Kreditkarte bezahlen und außerdem steht ein hilfreicher Bediensteter daneben, der bei Schwierigkeiten unterstützt. Hier kann man außerdem den Museum Pass Istanbul für 85 TL (zirka 28,30 €) erwerben, der 72 Std. nach Eintritt in die erste Sehenswürdigkeit gültig ist für: Toopkapipalast und Harem, Hagia Sophia, Chora Kirche, archäologisches Museum, Mosaikenmuseum und das Museum für türkiche und islamische Kunst. Mit diesem Pass kann man an den endlosen Schlangen an den Ticketschaltern einfach vorbeigehen und spart auf diese Weise unendlich viel Zeit. Solche Schalter stehen übrigens auch frei zugänglich auf dem Platz zwischen Hagia Sophia und blauer Moschee, genau am Ayasofya Meydani auf der Seite des Roxelane Bads. Wer hier kauft, braucht gar nicht anstehen.
Auf jeden Fall lohnt der Palast den Aufwand . Ich will euch nicht mit Einzelheiten langweilen, doch hier werdet ihr nicht auf monumentale Architektur treffen, sondern die Gebäude wirken durchweg filigran und hatten in den vier Höfen trotzdem Platz für bis zu 5000 Menschen. Ich zeige euch lieber ein paar Bilder:
Das Tor der Begrüßung
Blick auf den Haremsbereich
Der Diwan: hier traffen sich die Wesire des obersten Rates
immer wieder kunstvolle Mosaiken und wunderbare Fenster

im Harem





Blick auf den Bagdad-Pavillon


Für die Besichtigung sollte man mindestens einen halben Tag einplanen. Besser mehr, weil man irgendwann der Menschenmassen überdrüssig wird und eine Pause braucht. Zumindest geht es uns so.
Der vierte Hof dieses einzigartigen Palastes, der mit seinem großen Garten schon früher den Sultanen zur Erholung diente, bietet heute mit einem Café (Selbstbedienung... anstehen ist angesagt und es dauert eine Weile) und traumhafter Aussicht einen wunderbaren Platz für eine Pause.
Wir ergattern einen Tisch direkt an der Mauer über dem Wasser und genießen unsere Sandwiches und die Aussicht in der Sonne, bevor es weitergeht. Da unser Hotel nicht so weit entfernt ist,
naja, zirka 20 Minuten zu Fuß, beschließen wir dort eine Pause auf der Dach- terrasse einzulegen und unsere Füße einen Augenblick hoch- zulegen. Der Rückweg führt uns durch kleine Gäßchen mit Überbleibsel der ehemals für Istanbul so typischen Holzhäuser und steilen Gassen, in denen Kunst der besonderen Art auf seine Abnehmer wartet.
Eine Stunde oben auf der Dachterrasse genügt und wir machen uns erneut auf den Weg. Es bleibt bestimmt noch genug Zeit für die blaue Moschee. Wir haben Glück, dass wir nicht mit den Gebetszeiten kollidieren, dann ist die Moschee für Nicht-Muslime nicht zugänglich. Touristen betreten die Moschee durch einen Sondereingang. Wer als Frau kein Tuch für die Haare dabei hat oder mit kurzen Röcken oder Hosen unterwegs ist, erhält dort das passende Verhüllungsmaterial. Für die Schuhe gibt es eine Plastiktüte und schon kann man eintreten.
Tatsächlich ist es schwierig, Höhe und Ausstattung mit unseren Fotos gerecht zu werden. Was ich wirklich erstaunlich finde, ist, dass fotografieren hier innerhalb der Moschee so unkompliziert möglich ist. Der Islam hat wohl häufig doch ein toleranteres Gesicht, als ich vermute.
Wir sitzen vor dem Teil, der den Frauen für ihre Gebete vorbehalten ist, auf dem Fußboden und lassen die blauen Kacheln, die ungeheure Größe,die zahlreichen bunten Fenster und die riesigen Leuchter auf uns wirken. Ein schöner Ort zum innehalten. Die blaue Moschee hat übrigens als einzige außer der heiligen Moschee in Mekka sechs Minarette.

Nachdem wir unsere Schuhe am Eingang wieder angezogen haben, geht es auf Restaurantsuche. Wir werden schnell fündig, sitzen auf einer der diversen Dachterrassen mit Blick auf das goldene Horn, unweit einer Gruppe ziemlich
angeheiterter Engländer, die gelegentlich vom entnervten Kellner darauf hingewiesen werden müssen, doch auch mal an die anderen Gäste zu denken. Der Ruf des Muezzin schallt von der blauen Moschee herüber "allahu akbar...", mischt sich mit der Musik und den Engländern, den Geräuschen der Straße und dem Schreien der Möwen. Bob Marley singt für uns zu türkischer Mezze, Oliven und Pepperoni und einem Auflauf aus Auberginen und Lamm. Hurra, wir sind in Istanbul. Irgendwo zwischen Morgenland und Abendland, zwischen Tradition und Moderne, mit Blick von einem Kontinent auf den anderen.




Das schönste Erlebnis dieses Tages haben wir aber erst auf dem Rückweg, als wir an der blauen Moschee noch ein Nachtfoto machen wollen. Ein Herr spricht uns an, ob wir Zeit hätten seinen Studenten beim Ausfüllen eines englischen Lückentests zu helfen. Hauptsächlich gehe es darum, dass ein Gespräch auf englisch geführt werde. Und so sitzen wir im Lichte der blauen Moschee über einen englischen Text gebeugt, gemeinsam mit jungen Leuten aus allen Ecken der Türkei, um diese Aufgabe zu erfüllen. Sprechen über ihre Ausbildung, unsere Heimat, ihre Heimat, bekommen Tipps für unseren Aufenthalt in Kappadokien, lachen gemeinsam, rufen nach dem "teacher", wenn wir nicht weiter wissen, bis dieser sagt, sein Arbeitstag wäre beendet, er müsse nun nach Hause.
Auch wir machen uns auf zu unserem Hotel, um dort ziemlich müde ins Bett zu fallen. Wir haben bisher nur einen Bruchteil dessen gesehen, was wir sehen wollen. Aber dieser kleine Teil schürrt die Neugierde auf den nächsten Tag.
die blaue Moschee bei Nacht












Postkarte aus Istanbul

Wer Städtereisen unternimmt, weiß auf was er sich einlässt. Schmerzende Füße und bleierne Müdigkeit am Abend gehören auf jeden Fall dazu. Man ist ständig unterwegs und wird von neuen Eindrücken förmlich erschlagen. Womit ich nicht nur die Eindrücke meine, die bewusst aufgenommen werden bei Besichtigung der Sehenswürdigkeiten. Sondern vor allen Dingen die, die scheinbar nebenbei unsere Sinne berühren. Der Junge, der kaum älter als zehn Jahre aussehend, seine Karre mit dem gesammelten Plastikmüll im Galopp die kopfsteingepflasterte Gasse hinabzieht. Oder vielleicht mehr von ihr geschoben wird. Die Katzen, die sich im Rinnstein um ein Stückchen Fleisch balgen. Pärchen, die sich auf einer Bank am Brunnen vorsichtig an den Händen halten. Eine sich streitende Familie. Menschen, die sich erhitzt Luft zu fächern. Kastanienverkäufer. Wasserverkäufer. Der Duft nach frisch gebackenem Brot, und, und, und...
Gestern abend landeten wir nach 19.000 getanen Schritten und gefühlten 100.000 Eindrücken in der Yerebatan Zisterne. Stille umgibt uns. Für Istanbuler Verhältnisse. Man hört das Wasser tröpfeln. Im Hintergrund klassische Musik. Die Menschen unterhalten sich leiser. Dieser Ort hat etwas mystisches. Ein Säulenwald erhebt sich aus dem Wasserreservois. Acht Meter hoch. Sie stützen das viele Jahrhunderte alte Gewölbe. Wir stehen und staunen. Und fühlen uns klein. Solche Augenblicke sind es, die Reisen für mich so wichtig machen. Doch seht selbst...



Flensburg - der Museumshafen, shoefiti in der Norderstraße und andere Kuriositäten

Flensburg. Unser letzter Wochenendausflug führt uns auch dorthin. Ein kurzer Stopp an der Touristeninfo, eine etwas längere Suche nach einem Parkplatz und los gings Richtung Museumshafen. Dank der Karte von der Touristeninfo gar kein Problem.
Erster Halt. Ein Fischbrötchen. Super lecker und ganz frisch zubereitet. Unmittelbar daneben: Eine leere Getränkekiste an einem Laternenpfahl. Darüber ein Spender mit Tütchen für Hundekotentsorgung. Beides irgendwie eine gute Idee, in Kombination wirkt es auf mich anfänglich ein wenig seltsam. Doch die Flensburger scheinen ein pragmatisches Völkchen zu sein.
So gestärkt gehts immer weiter am Wasser entlang. Flensburg präsentiert sich in einem freundlichen Grau... also wettermäßig. Das andere Ufer verliert sich in milchigem Dunst, alles wirkt wie mit dem Weichzeichner bearbeitet.
Tatsächlich bieten sich trotzdem immer neue Ausblicke. Der Museumshafen entstand aus einer privaten Initiative, auch die Schiffe sind hauptsächlich in privater Hand. In seiner Gesamtheit ist es wunderbar zusammengestellt.
Flensburg ist übrigens eine Stadt, in der Enten die herrenlosen Schiffe entern. Wobei hier ganz klar Frauenpower zu beobachten ist - der Herr zeigt sich eher abwartend...






























Von hier aus gehts weiter zum Nordertor. Der jetzige Bau datiert aus dem Jahr 1595. Wer aus dem Norden nach Flensburg reiste, musste dieses Tor passieren. Und wurde kontolliert. Nachts war es geschlossen. Wahrscheinlich waren auch damals zwielichtige Gestalten meist nächtens unterwegs. Oder man glaubte das zumindest.

























Weiter gehts die Norderstraße hinunter. Eine Multikulti-Straße mit besonderen Läden und... Schuhen? Seltsam, hier hängen überall Schuhe an Leinen hoch über der Straße. Was hat das zu bedeuten?




























Gerüchten nach soll das ganze in einem Skaterladen begonnen haben. Die Kunden – hoch erfreut über ihr neues Schuhwerk – warfen ihre ausgedienten Treter über die Leinen, welche eigentlich zur Anbringung der Weihnachtsdekoration gedacht waren. Tja, so schnell kreiert sich ein neuer Trend. Es gibt natürlich auch noch jede Menge anderer seltsamer Erklärungen dafür. Wikipedia benennt diesen Trend  übrigens shoefiti  – zusammengesetzt aus Shoes und Graffiti.



Ansonsten bietet Flensburg wunderschöne alte Kaufmannshöfe mit Geschäften, in denen es sich herrlich stöbern lässt.

 ...manchmal auch ein wenig teurer...

und die eine oder andere Kuriosität...


... wie diesen in die Jahre gekommenen Tannenbaum. Mit Ostereiern daran. 
Insgesamt hat uns Flensburg überrascht. Eine Stadt, die viel mehr zu bieten hat, als das Bier, das nach ihr benannt wurde. Auf jeden Fall einen Besuch wert.





Liebster award - ganz unerwartet!

Da bin ich doch tatsächlich von Namida Magazin mit dem "liebsten Award" beehrt worden. Erstmal vielen Dank dafür. Das freut mich sehr. In den letzten Tagen hatte ich wenig Zeit, doch heute schaffe ich es endlich deine  Fragen zu beantworten. Nachdem ich mich zuvor erstmal schlau gemacht habe, worum es sich dabei eigentlich handelt. Die Regeln sind einfach, hurra, ich habe sie auch gleich verstanden. Hier sind sie:
  • Ihr müsst die Person verlinken, die euch nominiert hat
  • Ihr  müsst 11 Fragen, die die verlinkte Person gestellt hat, beantworten
  • Sucht Euch andere Blogger, die unter 200 Follower haben und nominiert sie
  • Überlege Euch 11 Fragen für die neu nominierten Personen
Also, los gehts, erstmal die Fragen:
 1. Könntest du dir vorstellen Vegetarierin zu werden? Warum, warum nicht?
Ja, das trifft dann wieder mein Gewissen! Immer, wenn ich mir ansehe, wie die Tiere gehalten werden, die hier bei uns in der Regel auf den Tisch kommen, möchte ich diese Frage spontan mit ja beantworten. Trotzdem esse ich weiter Fleisch... ich esse es einfach gern. Versuche allerdings es nicht zu häufig auf meinem Speisezettel zu haben und auch vegetarische Alternativen einzubauen.

2. Wie wäre wohl eine Welt ohne Geld als Tauschmittel?
So wie sich die Welt inzwischen gestaltet ist das wirklich schwer vorstellbar. Grundsätzlich ist das Geld ja nur ein gedachter Wert, absolut künstlich. Wenn ich mir die Entwicklung so ansehe, vermute ich, dass wirkliches bares Geld in einigen Jahren eher ein Anachronismus sein wird. Die meisten Zahlungen laufen hier bei uns inzwischen ja schon bargeldlos. Dann haben wir virtuelles Geld. Waren und Dienstleistungen müssen ja irgendwie beziffert werden, sonst werden die komplexen Tauschgeschäfte schwierig. Ich könnte mir statt Geld aber auch gut Muscheln vorstellen... oder Federn... oder vielleicht sowas schönes wie Glasperlen ;-)
3. Für welches Thema machst du dich persönlich stark und versuchst so die Welt ein klein wenig besser zu gestalten?
Ich habe ein Patenkind in einem kleinen Dorf in Ägypten, mit meinem Beitrag dafür wird die Entwicklung der Kommune dort unterstützt. Ein kleiner Briefwechsel mit der Familie gehört auch dazu.  Außerdem engagiere ich mich in einem Verein, der Flüchtlinge unterstützt.


4. Mit wem würdest du auf einer einsamen Insel 2-3 Monate verbringen wollen?
Mit meiner Familie, wir kommen schon viele Jahrzehnte gut miteinander aus :)


5. Welchen Traumberuf hattest du als du ein Kind warst?
Archäologin. Das war lange Jahre mein Traumberuf. Ich sah mich stets unter den Pyramiden bahnbrechende Entdeckungen machen. Inzwischen ist es mehr ein Hobby. Ich interessiere mich sehr für alte Kulturen und auch für Geschichte.

6. Welchen Ort auf der Welt sollte man gesehen haben bevor man stirbt?
Das ist eine wirklich schwere Frage. Es gibt für mich so unsagbar viele Orte, die man gesehen haben sollte. Die Welt hat unzählige traumhafte Plätze. Spontan fällt mir dazu ein: die Wüste! Wobei ich mich nicht festlegen könnte welche. Doch einmal in dieser absoluten Stille zu stehe, während sich ein grandioser Sternenhimmel darüber wölbt, das ist unbezahlbar!



7. Frühaufsteher oder Nachteule?
Inzwischen wohl eher Frühaufsteher... aber bitte nicht zu früh, die Sonne muss schon aufgegangen oder zumindest zu erahnen sein. Ich bin ein absoluter Lichtmensch.


8. Wie bist du auf deinen Blognamen gekommen?
Mischa war mein Spitzname in der Jugend. Reiseseite bot sich an, weil das das Thema sein sollte. Besonders fantasievoll finde ich den Namen inzwischen wirklich nicht. Aber ich habe mir damals nicht viele Gedanken darüber gemacht, das war eher so eine spontane Idee. Ihn jetzt zu ändern wäre wahrscheinlich auch nicht besonders schlau.


9. Wie sieht es bei dir in der Küche nach dem Kochen aus?
Chaotisch. Ich versuche zwar immer zwischendurch für Ordnung zu sorgen, aber das bringt meine Abläufe durcheinander und kollidiert stets mit meiner Zeitplanung. Aufgeräumt wird nach dem Essen.


10. In welche Disney-Figur würdest du dich gern einmal verwandeln?
Disney-Figur? Balu der Bär! Der ist zwar nicht schlank und schön (was ich auch gerne wäre...), aber er hat die Portion Gelassenheit, die ich auch gerne hätte. "Probiers mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit..."


11. Hast du schon einmal Pilates, Yoga und Co ausprobiert?
Nein. Ich entspanne am besten beim schwimmen. Das tue ich mehrmals in der Woche und darüber hinaus gab es bisher keinen Anlass es auszuprobieren.

So... der erste Teil ist erledigt.Tatsächlich muss ich bekennen, das ich es im Moment nicht schaffe diesen Award weiterzureichen. Die Blogs, die ich hätte nominieren wollen, waren fast alle schon beteiligt und ich müsste jetzt intensiv schauen, wer noch keine 200 Follower hat und in Frage kommt. Dafür fehlt mir leider die Zeit. Nochmal ein dickes Dankeschön an Namida. Ich habe mich sehr gefreut und lese auch sehr gerne in deinem Magazin :)

Eine Reise in die Vergangenheit - das Wikinger Museum Haithabu

Es sieht nicht aus, als würde hier heute noch irgendetwas anlanden. Außer der einen oder anderen Ente vielleicht. Doch ob ihr es glaubt oder nicht, gehen wir in der Geschichte so 1100 Jahre zurück, war das ein Platz an dem das Leben tobte. Haithabu!
Haithabu? Dieser Ort hatte in meinem Geschichtsunterricht irgendwie keinen Platz. Kam nicht vor. War mir deshalb in jungen Jahren nur bekannt aus einem Lied von Torfrock, in dem es heißt:
Neulichs in Haithabu, da saßen wir beim Met und überlegten, dass es so nicht weitergeht...
Mit dem Lied war dann klar, dass Haithabu  irgendwie mit den Wikingern verbunden war, doch dieser nebulöse Ort hätte für mich damals genauso gut auf Island oder den Faröer-Inseln liegen können.
Ich weiß nicht, warum wir in der Schule so wenig bis gar nichts über die nordischen Stämme lernten. Als hätte die Geschichte erst mit dem Christentum angefangen. Meine Vorstellung von den Wikingern fußte auf der Darstellung von Hollywoodfilmen und der Zeichentrickserie Wicki und die starken Männer. Doch Haithabu ist ganz anders.

Haithabu war vor allen Dingen eines: ein Handelsplatz. Man vermag es sich heute kaum vorzustellen, wenn man an diesem einsamen, nebeligen Ort steht. Auf der Schleswiger Landenge gelegen, gut geschützt 40 km landeinwärts an der Schlei und damals der erste Platz im Norden, an dem Menschen in einer stadtartigen Siedlung zusammenlebten. Heute sehen wir dort nur noch grüne Wiesen von einem wallartigem Ring umgeben. Doch vom 9. bis 10. Jahrhundert war hier der Hauptumschlagsplatz für Waren zwischen Skandinavien, dem Baltikum, Westeuropa und dem Nordseeraum. Fast dreihundert Jahre lang hatte Haithabu die Schlüsselposition im Warenumschlag zwischen Nord- und Ostsee inne, schließlich waren von diesem Ort nur 18 Kilometer Landweg zu bewältigen, um über Treene und Eider die Nordsee zu erreichen. Ein bißchen multikulti war sie auch, diese Handelsstadt, hier lebten Friesen, Dänen, Schweden, Norweger, Sachsen, Franken und Slawen beieinander. Auch ein arabischer Chronist, nämlich ein gewisser Ibrahim ibn Ahmed At-Tartûschi schreibt bereits um 965 einen Reisebericht über Haithabu, bezeichnet die Stadt als  sehr große Stadt am äußeren Ende des Weltmeeres. Ja, auf dieser grünen Wiese hat sie gelegen.


Heute befindet sich hier ein anhand der Originalbefunde erstellter kleiner Siedlungsausschnitt der ehemals pulsierenden Handelsstadt. Errichtet für das Wikinger Museum Haithabu.


Wer über die unebenen Bohlenwege zwischen den Lehmhäuser entlangschlendert, fühlt sich tatsächlich zurückversetzt in der Zeit. Man blickt hinein in das Haus des Kammmachers und erwartet ihn gleich seine Arbeit aufnehmen zu sehen.

Genauso ergeht es einem im Haus des Tuchhändlers, des Holzhandwerkers oder des Fischers.

 

In der großen Versammlungshalle, übrigens genau auf ihrem Originalplatz errichtet, wartet man auf lautes Gelächter und Stimmengewirr, während der Blick durch die Tür Richtung Wasser geht.


Hier am Wasser lag die Lebensader dieser Handelsstadt. Der Hafen. Die wichtigen Handelszentren dieser Zeit waren immer auch Hafenstädte. Die Hafenanlagen waren offene, vom Wasser durchflossene Pfahlwerke, heutigen Hafenanlagen nicht unähnlich. Kleine Landungsbrücken zeigten in die Bucht hinein, die durch immer umfangreichere Plattformen ersetzt wurden. Teilweise reichten sie bis zu 50 Meter hinaus und dienten nicht nur als Anlegestelle, sondern waren auch Marktplatz und Versammlungsort. Ein lebhafter, umtriebiger Ort. Mit einem blühenden Handwerk. Sie stellten Tuche, Kämme und Werkzeuge her und beherrschten die Schmiedekunst, fertigten Schmuck und begehrte Waffen.
Über all das informiert das Wikinger Museum Haithabu mit einer wirklich interessanten Ausstelung. Ein Fußweg von 15 Minuten trennt das Museum von den Häusern. 

Hier erfährt man vieles über das Alltagsleben, bekommt ein Gefühl dafür wie wichtig ein konstanter Frieden für eine blühende Handelsstadt ist. Verabschiedet sich vom Bild des ewig mordenden und plündernden Wikingers. Und von diesem seltsamen Helm mit Hörnern drauf. Erhält einen Einblick in die große Götterschar der Nordmänner, lernt Odin, Thor und Freya kennen und Odins Raben, Hugin und Munin. Stellt fest, dass die Rolle der Frau nicht so eingeengt war wie im späteren christlich geprägtem Mittelalter. Tatsächlich nahm von hier aus die Christianisierung des Nordens ihren Anfang. In Haithabu soll die erste Kirchenglocke geläutet haben. Anschaulich werden auch die unterschiedlichen Bestattungsmöglichkeiten aufgezeigt. Und zum Schluss steht man staunend vor den Resten eines Kriegsschiffes aus dieser Zeit. Siebzig Mann Besatzung fanden hier Platz. Eine tolle Ausstellung!
Haithabu ist inzwischen Geschichte. Leider eine, die viele nicht kennen. Im Jahr 1050 wurde die Stadt in einer kriegerischen Auseinandersetzung mit dem norwegischen König Harald (so heißen sie irgendwie alle...) Sigurdsson niedergebrannt und später von slawischen Truppen vollends zerstört. 
Ihr findet das Wikinger Museum Haithabu nahe Schleswig an der Bundesstraße 76. Der Eintritt kostet für Erwachsene 7 Euro, eine Familienkarte gibt es bereits für 15 Euro.